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Letzte Aktualisierung:     21.07.2010

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Abnehmen - aber wie? 

  

Die aktuellen Daten des Bundesgesundheitsamtes zeigen eindeutig: Die Deutschen sind zu schwer. Fast jeder Zweite bringt einige Kilo zuviel auf die Waage und jeder Fünfte ist schlicht zu dick. Im internationalen Vergleich gehört die Bundesrepublik Deutschland damit zu den Spitzenreitern, was die Anzahl von Übergewichtigen in der Bevölkerung betrifft. Zudem zeigen die Zahlen der letzten Jahre, dass die Tendenz steigt. Als übergewichtig bezeichnet man im Allgemeinen jene Personen, bei denen das Körpergewicht durch eine Vermehrung des Körperfettanteils, welches über das Normalmaß hinausgeht, zunimmt. In extremen Fällen wird von einer Fettsucht gesprochen, die von Medizinern auch als Adipositas bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine schwere und krankmachende Form des Übergewichts. 

  

Ab wann ist man übergewichtig? 

Zur Beantwortung dieser Frage ist es hilfreich, den Body-Mass-Index (kurz BMI) zu bestimmen. Dieser so genannte BMI errechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Ein Beispiel: 

Ein 80 Kilogramm schwerer Mensch, der 1,75 Meter groß ist, hat einen BMI von:  

·        80 / (1,75 x 1,75) = 26,1  

  

Nach einer Einteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 

werden Übergewicht und Adipositas wie folgt klassifiziert:  

  

                                              BMI: kg / m x m      

Untergewicht                                  <18,5 

Normalgewicht                             18,5 - 24,9      

Übergewicht                                25,0 - 29,9      

Adipositas Grad I                        30,0 - 34,9      

Adipositas Grad II                       35,0 - 39,9      

Extreme Adipositas Grad III           > 40      

  

 Wie entsteht Übergewicht? 

Wer übergewichtig ist, hat zu viel Fett im Körper deponiert. Neuere Forschungsergebnisse brachten beispielsweise das Protein Leptin als einen Auslöser für Übergewicht ins Gespräch. Bislang konnte diese These jedoch nicht endgültig belegt werden. Vererbt wird Übergewicht (also Fettdepots) nicht - sehr wohl aber die Veranlagung, dick zu werden. Die Ursachen für Übergewicht sind immer eine Kombination aus mehreren Faktoren. 

  

Fest steht: Eine unausgewogene Energiebilanz macht dick 

Das bedeutet, dem Körper wird mehr Energie in Form von Nahrung zugeführt, als er für den Grundumsatz (Arbeit der Organe, der Atmung und des Kreislaufs) und den Leistungsumsatz (Energiebedarf durch körperliche Bewegung) benötigt. Ganz einfach ausgedrückt: Der Mensch isst mehr, als er (ver-)braucht. Ursachen können sein: 

·        Zu geringe körperliche Aktivität  

·        Reichhaltiges Nahrungsmittelangebot  

·        Verlust des Sättigungsmechanismus  

·        Familiäre Tradition der Ernährungsgewohnheiten  

·        Stressessen  

·        Nicht ausreichendes oder falsches Ernährungswissen  

·        Diätkarriere (ständiger Versuch, das Gewicht mit verschiedensten Diäten zu reduzieren)  

  

Fest steht auch: Psychosoziale Faktoren spielen eine Rolle 

Die psychosozialen Aspekte des Übergewichts sind kaum zu unterschätzen. Essgewohnheiten, die sich im Kindesalter festsetzen konnten, beeinflussen das Ernährungsverhalten für den Rest des Lebens. Die Aufforderung, ständig den Teller leer zu essen, hat ebenso lebenslange Konsequenzen wie die Belohnung mit Süßigkeiten, nach dem Muster „Bonbons statt Zuneigung“. 

  

Die Folgen von Übergewicht 

Ab einer bestimmten Ausprägung von Übergewicht nimmt die Häufigkeit von verschiedenen Erkrankungen zu und die Lebenserwartung ab. Dieser Effekt ist statistisch belegt. Die häufigsten Erkrankungen, die Mediziner und Ernährungswissenschaftler mit Übergewicht in Verbindung bringen, sind: 

·        Bluthochdruck (Hypertonie)  

·        Herz-, Kreislauferkrankungen  

·        Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)  

·        Diabetes mellitus Typ II  

·        Verdauungsstörungen  

·        Gelenkerkrankungen  

  

Abnehmen, aber wie? 

Das Angebot an Reduktionsdiäten ist inzwischen unüberschaubar. Von Trennkost bis Blutgruppendiät, von Formula-Diäten wie Slim-Fast oder Multaben bis zur Magic-Soup: Alle diese Methoden versprechen den lang ersehnten, aber letztendlich unerreichbaren dauerhaften Gewichtsverlust. Untersuchungen zufolge hat keine der Crash- und Aussenseiterdiäten nachhaltigen Erfolg, auch dann nicht, wenn zum Beispiel in den Publikumszeitschriften Rezepte und Tipps veröffentlicht werden, an denen sich der Betroffene orientieren kann. Zwar purzeln nach kurzer Zeit die ersten Pfunde, doch meist verliert der Körper nur Wasser, selten sind es dann schon die Fettdepots. Das Hauptproblem von regelmässigen Schlankheitskuren liegt außerdem darin, dass der Körper, wenn er über einen Zeitraum sehr wenig zu Essen bekommt, seinen Energieverbrauch drosselt und sich der Situation anpasst. Kommen für ihn bessere Zeiten, wird er also wieder mit alten Ernährungsgewohnheiten genährt, dann reagiert er so, als müsse er zukünftigen „Notzeiten“ vorbeugen. Der Körper deponiert mehr Fett als vorher und es kommt zu dem unerwünschten „Jo-Jo-Effekt“. 

  

Vorsicht vor Essbremsen in Pillenform  

Diese vermeintlichen Schlankmacher helfen nur dem Vertreiber und können ausserdem zu Gesundheitsrisiken führen. Die meisten Schlankheitspillen sind wirkungslos. Es gibt nur zwei, die zur Zeit gut untersucht und zugelassen sind (Reductil und Xenical). So führt zum Beispiel Xenical durch seine Wirkung, das Nahrungsfett nicht oder nur teilweise zu verstoffwechseln, zu Fettstühlen und Durchfall. Reductil wirkt im Gehirn und suggeriert, dass man satt sei. Aber auch mit diesen beiden Präparaten kann nur eine Unterstützung der Gewichtsabnahme erreicht werden. Der Nettoeffekt liegt bei 3 bis 5 Kilogramm. Im Einzelfall kann es mehr, aber auch weniger sein. Ohne eine Ernährungsumstellung ist eine Gewichtsreduktion also nicht zu erreichen - geschweige denn auf Dauer zu halten. 

Im Prinzip wird mit Schlankheitspillen das Hungergefühl unterdrückt, in manchen sind sogar Zusatzstoffe enthalten, die anregend wirken und/oder den Stoffwechsel künstlich anregen beziehungsweise unterdrücken. Ohne ärztliche Kontrolle kann das zu Gesundheitsschäden führen. Problematisch ist auch, dass bei reinem „Hungern“ die Gewichtsabnahme nicht nur das Fett angreift, sondern auch die Muskelsubstanz: Der Körper holt sich wegen seiner Mangelernährung das für ihn notwendige Eiweiss aus der Muskulatur. Das kann zu langfristigen Folgeschäden u.a. an Leber, Nieren und Herz führen. 

  

Dauerhafte Gewichtsreduktion - durch dauerhafte Verhaltensänderung! 

Für eine dauerhafte Gewichtsreduktion gibt es keine Wundermittel. Wer nicht nur abnehmen, sondern auch schlank bleiben will, braucht nur einige wichtige Regeln zu beachten. Dies allerdings nicht nur während der Zeit des Abnehmens, sondern für immer. Das heisst nicht, dass der Betroffene nun ewig verzichten muss. Im Gegenteil - wenn er weiss, wovon er zuviel genossen hat, dann kann er das auch leicht wieder kompensieren. In der Anfangsphase sollte die Kalorienzufuhr etwa bei 1.000 bis 1.500 Kilokalorien liegen. Ist das gewünschte Gewicht erreicht, darf dann nur langsam die Kalorienzahl wieder gesteigert werden. Und immer kommt es darauf an, was der Mensch isst, das heisst, welche Nahrungsmittel er isst. Nicht ohne Grund heisst eine alte Weisheit: „Der Mensch ist, was er isst.“ 

  

Grundsätzlich gilt Folgendes: 

·        Essen Sie mehr Kohlenhydrate.  

·        Essen Sie reichlich Ballaststoffe.  

·        Essen Sie viel Obst und Gemüse.  

·        Essen Sie weniger Fett.  

·        Genießen Sie das Essen.  

·        Bewegen Sie sich regelmäßig.  

  

  

Wenn alles nicht hilft - oder: Wann darf operiert werden? 

In manchen Fällen ist das Übergewicht so stark (BMI > 40), dass nach etlichen konservativen Abspeckversuchen nur noch der Chirurg helfen kann. In Deutschland gibt es zur Zeit mehrere Verfahren, die angewendet werden: 

  

Das Magenband Das Grundprinzip der Operation ist, dass durch eine Plastikmanschette, die um den oberen Bereich des Magens gelegt wird und den Magen einengt, ein kleines Reservoir gebildet wird. Über diesen engen Kanal wird die Nahrung geschleust (max. 20 Gramm) und in den Magen entleert. Die Verdauung läuft dann völlig normal über den Magen und den Zwölffingerdarm ab. Der Eingriff wird laparaskopisch (das heißt durch eine Bauchspiegelung) durchgeführt.  

  

Die Gastroplastik 

Bei der Gastroplastik wird das Magenband ebenfalls angewandt, allerdings wird der Magen selber im oberen Anteil durch eine Naht und durch das Magenband, das durch eine Art „Fenster“ in der Magenwand durchgezogen wird, verkleinert. Auch hierbei wird Einfluss auf die aufgenommene Nahrungsmenge genommen. Hierbei ist allerdings ein Bauchschnitt (Laparotomie) erforderlich. 

Durch eine Operation werden nicht alle Probleme gelöst und Operateure bezeichnen den Eingriff nicht selten als „eine Krücke“, mit der ein Betroffener die eigentlichen Probleme (zuviel zu essen) anschließend selbst lösen sollte. Es gibt aber Menschen, die dann mit einem solchen Verfahren nicht ausreichend behandelt sind. Zum Beispiel so genannte „Sweeteaters“, also Menschen, die Süßigkeiten bevorzugen oder aber phasenweise sich riesige Mengen Nahrung zuführen. Diese Menschen bedürfen einer intensiven, individuellen Beratung und ärztlicher Begleitung über einen langen Zeitraum. Unter Umständen hilft dann auch nur noch eine radikale Magenoperation, ein so genannter Magenbypass. Bei dieser Methode wird die Speiseröhre über einen kleinen Vormagen direkt mit dem Dünndarm verbunden, und der Magen und der Zwölffingerdarm von der Passage ausgeschaltet. Damit entsteht eine Kombination von Einschränkung der Nahrungszufuhr und Mangelverdauung. 

  

Kontaktadressen: 

·        Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 

·        Ostmerheimerstr. 220 

·        51109 Köln

·        Fax (02 21) 89 92-257 

·        Internet: www.bzga.de/service/titel.htm 

·        E-Mail: order@bzga.de 

·        Ein kostenloses Informationsblatt „Abnehmen aber wie“ erhalten Sie auf schriftliche Anforderung. 

·        Deutsche Adipositas Gesellschaft 

·        Frau M. Wolf 

·        Milchwerkstr. 13 

·        89294 Oberroth 

·        Tel./Fax (0 83 32) 93 62 44 

·        Internet: www.adipositas-gesellschaft.de/ 

·        Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) 

·        Im Vogelsgesang 40 

·        60488 Frankfurt am Main 

·        Tel. (0 69) 97 68 03-0 

·        Fax (0 69) 97 68 03-99 

·        Internet: www.dge.de 

  

Überarbeitet nach einer Quelle von: www.wdr.de (Monika Härle) 

 

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